Was ist Bernstein?
Der Begriff „Bernstein“ bezeichnet allgemein gesehen ein gelbliches, sehr klares und teilweise durchsichtiges fossiles Harz, das in seiner Beschaffenheit deutlich weicher erscheint als Edelsteine. Mit einer Härte von 2 bis 2,5 MOHS (Diamant = 10 MOHS) ist Bernstein leicht zu verarbeiten und kann bereits durch Einritzen mit einer Stecknadel beschädigt werden. Eine besondere Stellung nimmt der so genannte Baltische Bernstein ein, der wissenschaftlich gesehen als einziger echter Bernstein, als Succinit, bezeichnet wird. Im Vergleich zu anderen fossilen Harzen kommt der Baltische Bernstein am häufigsten vor und ist am besten erforscht worden. Er stammt aus einem riesigen ehemaligen Waldgebiet im Norden Europas, das im Zeitalter des Eozäns existierte (vor ca. 50 Mill. Jahren).
Die Geschichte des Bernsteins beginnt bereits in der Steinzeit. Im Nord- und Ostseeraum wurden Anhänger und Perlen aus dem weichen Harz gefertigt, die damals schon als Schmuck getragen wurden. An Bedeutung gewann der Bernstein als beliebte Grabbeilage vor allem an Küstenregionen der nördlichen Länder. Hier wurde Bernstein in großen Mengen angespült und von den Menschen gesammelt. Und auch der Handel mit dem schönen Schmuckstein blühte vor allem in de Bronzezeit auf. Neben Salz, Zinn und Bronze war Bernstein eines der begehrtesten Handelsgüter. Einige tausend Jahre später begannen die Griechen und Bewohner baltischer Länder mit der Verehrung von Bernstein, den sie als „Tränen der Sonne“ oder „Tränen der Götter“ ansahen. Er galt als absolutes Luxusprodukt und wurde nur gegen wertvolle andere Güter getauscht. Als Edelstein gelangte er auch ins Römische Reich, in dem Bernstein für Gravuren und Verzierungen genutzt wurde. Dort war er ebenfalls als Schmuckstück heiß begehrt.
Zur Unterscheidung von echtem und „künstlichem“ Bernstein können verschiedene Methoden eingesetzt werden. Farblich kann Bernstein nicht von anderen Steinen strikt unterschieden werden; das Farbspektrum reicht von fast farblos über hellgelb und orange bis rot- und brauntönig. Der Farbton hängt von den pflanzlichen Einschlüssen in den Steinen ab. Um echten Bernstein von Kunstharzen und anderen Nachbildungen unterscheiden zu können, werden unterschiedliche Tests durchgeführt. Zündet man Bernstein an, brennt er mit einer hellen, stark rußenden Flamme ab. Dabei werden ätherische Öle und andere eingeschlossene Bestandteile freigesetzt, die dem Stein seinen typischen harzig und aromatischen Geruch verleihen. Kunstharze würden beim Verbrennen eher unangenehm und stechend riechen.
Rumis